Artikel aus dem Blättle vom 3.12.15: "Gut besuchte Veranstaltung mit Hilde Mattheis"

Veröffentlicht am 04.12.2015 in Veranstaltungen

Am 16. November war das Foyer der Staufenhalle trotz des recht frühen Veranstaltungsbeginns um 18 Uhr voll besetzt. Mit Hilde Mattheis als Sprecherin der Arbeitsgruppe Gesundheit der SPD-Bundestagsfraktion kam eine prominente und kompetente Referentin auf Einladung der ASF nach Plüderhausen. Sie stellte das gerade verabschiedete Pflegestärkungsgesetz vor.

In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Schaffer, dass "Pflege" zur Zeit seines Amtsantritts noch gar kein kommunales Thema war, was sich aber inzwischen gründlich geändert habe: Der Zugang zu Pflegeeinrichtungen ist genauso ein Standortfaktor wie zum Beispiel die Kindergärten und Schulen.

Das betonte auch Hilde Mattheis und fügte hinzu, dass Pflege für sie auch ein Gerechtigkeitsthema ist, das zeigt, wie eine Gesellschaft mit Schwachen und Alten umgeht. Das gute Pflege der Gesellschaft wichtig ist, habe man auch daran gesehen, dass gegen die Erhöhung des Beitragssatzes in der Pflegeversicherung kaum protestiert wurde, die Notwendigkeit ist allgemein anerkannt.
as Pflegestärkungsgesetz soll in drei Bereichen wirken: es soll die Leistungen für die Patienten erhöhen, die angehörigen entlasten und die Bedingungen für die Pflegekräfte verbessern. Seit der Einführung der Pflegeversicherung waren die Sätze nicht dynamisiert worden, das wurde jetzt nachgeholt. Dies soll erreicht werden, in dem bei der Begutachtung der (noch mögliche) Grad der Selbständigkeit zugrunde gelegt wird und nicht "Mängel" des Pflegebedürftigen. Betreuungsbedürftigkeit wegen Demenz wird Pflegebedürftigkeit durch körperliche Einschränkungen gleichgestellt. Dies entlastet besonders die Angehörigen, die bisher bei der Betreuung von Dementen oft auf sich allein gestellt waren. In den Pflegeberufen soll künftig die Grundausbildung für alle gleich sein, so dass Wechsel zwischen Alten- und Krankenplfege einfacher möglich sind.

Ganz wichtig zu wissen ist, dass für diejenigen, die bereits jetzt Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, keine neue Begutachtung erforderlich ist. Die bisherigen Pflegestufen werden automatisch so in die neuen Pflegegrade übergeführt, dass die Menschen auf keinen Fall schlechter gestellt werden.
n der anschließenden, durch Nadine Zühr von den Schorndorfer Nachrichten moderierten Diskussion kamen auch Zuhörer zu Wort, deren Fragen und Bitten um Erläuterungen beantwortet wurden. Zwei Pflegende Angehörige, Mütter von pflegebedürftigen Kindern, berichteten von ihren Erfahrungen. Ganz wichtig zu wissen ist, dass es einen Anspruch auf Pflegeberatung gibt, auch für Angehörige. Solche Stellen gibt es zum Beispiel beim Landratsamt. Auch Elke Mück, Ortsverensvorsitzende der SPD Plüderhausen, kann als Mitarbeiterin der AWO Schorndorf und mit ihrer Erfahrung als pflegende Angehörige beraten und ist z.B. beim Besuch des Medizinischen Dienstes bei den Pflegebedürftigen zu Hause dabei.

Leider nur kurz konnte auf die Besonderheit der Einrichtung "Sonnenwiese" in der Schweiz eingegangen werden, die ein neues Konzept im Umgang mit schwer Demenzkranken entwickelt hat. Eine bedenkenswerte Bemerkung blieb im Gedächtnis: In ihren Familien vereinsamen Demenzkranke oft, weil die Kommunikation mit den Angehörigen so schwer wird und die Beziehungen belastet werden. In gut geführten Einrichtungen können sie dagegen neue, angemessene Beziehungen eingehen.

 
 

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